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Hirntumore

Hirneigene Tumore haben in Deutschland eine Inzidenz von ca. 6 Neuerkrankungen pro 100.000 Personen. Hirneigene Tumoren entstehen nicht aus den Nervenzellen selbst, sondern aus den Stützzellen (Gliazellen) des Gehirns. Eingeteilt werden die Tumore nach der WHO-Klassifikation in Grad I, II, III und IV Tumore. Mit steigendem WHO Grad ergibt sich ein schnelleres Tumorwachstum.

Häufige Symptome sind Krampfanfälle, Kopfschmerzen oder Wesensänderungen. Weitere neurologische Symptome sind durch die Lokalisation des Tumors bedingt, wie z.B. eine Halbseitenlähmung oder Sprachstörungen.

Detaillierte Informationen zur weiteren Diagnostik, den verschiedenen Behandlungsoptionen und den unterschiedlichen Tumorarten finden Sie im unterem Bereich der Seite.

Die Diagnostik umfasst eine MRT-Untersuchung des Schädels mit und ohne Kontrastmittel. Je nach Tumorlokalisation erfolgen weitere zusätzliche Untersuchungen, wie eine funktionelle MRT (zur Darstellung spezieller Hirnareale, wie dem Sprachzentrum) oder eine PET-MRT Untersuchung, die die Stoffwechselaktivität des Tumors darstellt.

Jeder Patient mit dem Verdacht auf einen hirneigenen Tumor wird im interdisziplinären Tumorboard vorgestellt und ein Therapiekonzept festgelegt.

Im Falle einer operativen Behandlung erfolgt entweder die möglichst vollständige Entfernung des Tumors - wenn notwendig auch im Rahmen eines wachchirurgischen Eingriffes - oder, je nach Lokalisation eine Probeentnahme. Um eine sichere operative Entfernung zu gewährleisten, greift man bei der Operation auch verschiedene Hilfsmittel zurück: Mikroskop, elektrophysiologisches Monitoring, Ultraschallaspirator, Neuronavigation, Fluoreszenz (zur Anfärbung des Tumorgewebes).

Das gewonnen Gewebe wird anschließend molekularpathologisch analysiert und die Diagnose anhand der verschiedenen genetischen Veränderungen gestellt. Innerhalb von 72 Stunden nach der Operation wird eine erneute MRT-Untersuchung durchgeführt als Kontrolle des Resektionsausmaßes.

Die weitere Behandlung erfolgte dann in Abhängigkeit des histologischen Gutachtens und wird erneut im Tumorboard diskutiert und geprüft, ob eine Behandlung im Rahmen einer klinischen Studie sinnvoll ist.

Im Falle einer operativen Behandlung erfolgt entweder die möglichst vollständige Entfernung des Tumors - wenn notwendig auch im Rahmen eines wachchirurgischen Eingriffes - oder, je nach Lokalisation eine Probeentnahme. Um eine sichere operative Entfernung zu gewährleisten, greift man bei der Operation auch verschiedene Hilfsmittel zurück: Mikroskop, elektrophysiologisches Monitoring, Ultraschallaspirator, Neuronavigation, Fluoreszenz (zur Anfärbung des Tumorgewebes).

Das gewonne Gewebe wird anschließend molekularpathologisch analysiert und die Diagnose anhand der verschiedenen genetischen Veränderungen gestellt. Innerhalb von 72 Stunden nach der Operation wird eine erneute MRT-Untersuchung durchgeführt als Kontrolle des Resektionsausmaßes.

Die weitere Behandlung erfolgt dann in Abhängigkeit des histologischen Gutachtens und wird erneut im Tumorboard diskutiert und geprüft, ob eine Behandlung im Rahmen einer klinischen Studie sinnvoll ist.

Glioblastom (WHO Grad IV) 

Unter den hirneigenen Tumoren ist das Glioblastom die häufigste und am schnellsten wachsende Neubildung beim Erwachsenen. Glioblastome können direkt entstehen oder sich aus niedriggradigen oder anaplastischen Astrozytomen entwickeln.

Die MRT-Untersuchung zeigt typischerweise eine kontrastmittel-aufnehmende Läsion mit einem umgebenden Ödem (Wassereinlagerung im Gehirn). Wird durch die Neuropathologie die Diagnose eines Glioblastoms gestellt, ist eine Weiterbehandlung indiziert. Die postoperative Weiterbehandlung umfasst eine Strahlentherapie und eine Chemotherapie (z.B. mit Temozolomid) und wird ebenfalls im Tumorboard diskutiert. Auch eine Behandlung im Rahmen von klinischen Studien ist möglich. In der Nachsorge erfolgen regelmäßige MRT-Untersuchungen.

Meningeome sind die häufigsten Tumore des zentralen Nervensystems und können sowohl im Kopf als auch in der Wirbelsäule auftreten. Sie sind in der Regel gutartig und entspringen den Hirnhäuten. Durch ihr langsames Wachstum können Meningeome eine lange Zeit asymptomatisch sein, je nach Lokalisation und Größe können sie jedoch auch zu unterschiedlichen Beschwerden und neurologischen Einschränkungen wie Kopfschmerzen, Ausfällen von Hirnnerven (Sehstörungen, Geruchs- und Geschmackstörungen, Hörstörungen und Schluckstörungen), psychischen Veränderungen, hormonellen Veränderungen, Einschränkungen von Kraft und Sensibilität, Sprachstörungen, Gleichgewichts und Koordinationsstörungen sowie epileptische Anfällen führen.

Diagnostik

Neben der Anamnese und neurologischen Untersuchung spielen bildgebende Untersuchungen wie die Computertomographie und die Magnetresonanztomographie eine Rolle. Von Größe und Lokalisation abhängig können zusätzliche Untersuchungen wie eine Angiographie zur Darstellung der Gefäße oder Sehtests etc. die Diagnostik komplettieren. Sind benachbarte Organsysteme beteiligt, werden weitere Fachabteilungen wie die Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und Augenheilkunde in die Behandlung einbezogen.

Operative Behandlung und Techniken

Die operative Meningeom-Entfernung wird mit einer Vielzahl von aktuellen Technologien durchgeführt. Diese umfassen unter anderem intraoperatives elektrophysiologisches Neuromonitoring, Neuronavigation, intraoperativen Ultraschall und Ultraschallaspirator. Bei Meningeomen mit besonders ausgeprägter Durchblutung können präoperativ oder auch während der Operation Tumorgefäße verödet werden.

Nachbehandlung

Nach der Operation wird das Tumorgewebe durch die Neuropathologie untersucht und klassifiziert. In den meisten Fällen wird die Nachsorge in Form von regelmäßigen kernspintomographischen Untersuchungen durchgeführt. Bei den seltenen schnell wachsenden Meningeomen oder einem wiederkehrenden Tumor kann eine Bestrahlung als zusätzlicher Therapieschritt nach der Operation notwendig sein. Die Entscheidung, ob eine solche Behandlung notwendig ist, wird in der interdisziplinären Tumorkonferenz getroffen.

Bei zerebralen Metastasen handelt es sich um Absiedlungen von Primärtumoren, die außerhalb des Gehirns (z.B. Lunge, Brust, Haut, Darm und Niere) lokalisiert sind. Etwa ein Viertel aller Patienten mit einer Tumorerkrankung entwickelt Hirnmetastasen. Die Empfehlung zur Behandlungsweise von Hirnmetastasen wird interdisziplinär in der neuroonkologischen Tumorkonferenz ausgesprochen. Klassische Behandlungsmöglichkeiten sind neben einem operativen Eingriff eine systemische Therapie oder eine direkte Strahlentherapie, die insbesondere bei kleineren Metastasen infrage kommt. Hirnmetastasen können durch neurologische Einschränkungen, epileptische Anfälle oder durch ihr schnelles Wachstum mit erhöhtem Hirndruck symptomatisch werden. Eine Erhöhung des Hirndrucks kann zu Beschwerden wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Wachheitsstörungen bis hin zum Koma führen. Neurologische Ausfälle sind von der Lokalisation der Metastase abhängig und können beispielsweise Lähmungen, Sensibilitätsstörungen, Sprachstörungen, Gedächtnisstörungen, Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen umfassen.

Diagnostik

Neben der Anamnese und neurologischen Untersuchung spielen bildgebend insbesondere die Computertomographie und die Magnetresonanztomographie eine Rolle. Um ein Gesamtbild der Erkrankung zu erhalten, werden häufig Staging-Untersuchungen von Brust- und Bauchraum mittels Computertomographie durchgeführt. In einigen Fällen werden weitere Untersuchungen wie die Sonographie, Positronen-Emissions-Tomographie und Knochenszintigraphie ergänzt.

Operative Behandlung und Techniken

Die operative Entfernung von zerebralen Metastasen wird mit einer Vielzahl von aktuellen Technologien durchgeführt. Diese umfassen unter anderem intraoperatives elektrophysiologisches Neuromonitoring, Neuronavigation, intraoperativen Ultraschall und Ultraschallaspirator.

Nachsorge

Bei Patienten mit Hirnmetastasen besteht das Risiko einer erneuten Tumorbildung. In den meisten Fällen ist neben der onkologischen Nachbehandlung eine Bestrahlung der operativ behandelten Region notwendig. Die Entscheidung, ob eine solche Nachbehandlung notwendig ist, wird in der interdisziplinären Tumorkonferenz getroffen. Bildgebend wird der zerebrale Befund regelmäßig mittels Magnetresonanztomographie kontrolliert.

Niedriggradige und anaplastische Astrozytome (WHO Grad II und III)

Astrozytome Grad II und III treten, im Vergleich zum Glioblastom (WHO Grad IV) eher bei jüngeren Patienten auf. Grad II Tumore zeigen typischerweise kein Kontrastmittelaufnahme in der MRT-Untersuchung, während anaplastische Astrozytome eine Kontrastmittelaufnahme aufweisen können. Im Laufe der Erkrankung können Grad II Tumore in Grad III Tumore übergehen.

Nach der Operation, die der Gewebegewinnung und der Diagnosestellung dient, wird je nach vorliegenden Risikofaktoren (Alter, Resttumor, genetische Veränderungen des Tumors) eine Weiterbehandlung (Strahlen-, Chemotherapie) oder Verlaufskontrollen mittels MRT-Untersuchungen empfohlen. In der Nachsorge erfolgen regelmäßige MRT-Untersuchungen.

Niedriggradige und anaplastische Oligodendrogliome (WHO Grad II und III)

Oligodendrogliome machen nur etwa 2-4% aller hirneigenen Tumore aus. In der Bildgebung zeigen sie häufig Verkalkungen. Es wird zwischen Grad II und III Tumoren unterschieden, die sich v.a. in ihrer Wachstumsgeschwindigkeit unterscheiden. Oligodendrogliome haben spezielle genetische Veränderungen, die bei der Diagnosestellung nachgewiesen werden und diese Tumore eindeutig von den Astrozytomen unterscheiden. Postoperativ erfolgt je nach Tumorgrad sowie den Risikofaktoren eine Chemo- und/oder eine Strahlentherapie oder MRT-Verlaufskontrollen. Weitere MRT-Untersuchungen erfolgen in regelmäßigen Abständen.